Fruchtig-frische Ölverkostung im Kneipp-Zentrum

Besucher des Vortrages „Olivenöl & CO“ im Kneipp-Zentrum hatten heute das Glück, die Vorzüge verschiedener Öl- und auch besonderer Essigbalsamvarianten erschmecken zu dürfen: Simone Erpelding, Inhaberin des „Zapfhahnes“ und ihr Mann hatten gefühlt ihr ganzes Auto voller gesunder Leckereien gepackt und im Kneipp-Zentrum aufgebaut. Zum geschmacklichen Auftakt gab es Mozzarella-Stückchen mit Blaubeer-Balsam, verfeinert mit einem Schuss Haselnussöl- sommerlicher kann ein Appetizer kaum schmecken. Wer dann noch den Salat mit Rosen-Marille-Balsam gemixt mit Olivenöl, das durch einen Schuss Zitrone ergänzt wurde, probierte, hatte schon zwei neue Wunsch-Gerichte auf der Sommer-Rezeptliste.


Wer  zurzeit im eigenen Garten mit einer Zucchini-Schwemme zu kämpfen hat, dem sei dieses Kuchenrezept mit Albaöl empfohlen, der ebenfalls zum Probieren angeboten wurde- der Kuchen ist super-locker und schmeckt wider Erwarten nicht nach dem grünen Gemüse…

Rezept Zucchinikuchen, toskanischer Art (aus der Broschüre „einfach lecker“, erstellt von Simone Erpelding)

Zutaten: 250g brauner Zucker, 80ml Albaöl HC, 4 Eier, 300g Mehl- gesiebt, 1 Päckchen Backpulver- gesiebt, 1 Päckchen Vanillezucker- gesiebt,100 g Pinienkerne- geröstet, 350 g Zucchini- grob geraspelt, 1 TL Kümmel- gemahlen, 2-3 EL Semmelbrösel, Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung: Zucker, Albaöl, Eier, Mehl, Backpulver und Vanillezucker gut verrühren. Dann die grob geraspelten Zucchini, die Pinienkerne und den Kümmel zugeben und verrühren. Eine Kastenform einfetten und mit Semmelbrösel ausstreuen. Im vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene 70 Minuten bei 180 Grad backen. Den Kuchen auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäubt servieren.

Varianten: die Zucchini können auch durch Äpfel oder Birnen ersetzt werden. Zum Würzen können Zimt und er Inhalt von 1-2 Teebeuteln Anis-Fenchel-Kümmel-Tee in den Teig gegeben werden.


Aber das war noch nicht alles- schließlich wollten die Zuhörer vor allem wissen, welche Öle besonders gesundheitsfördernd sind, und so wurden verschieden Öle und ihre Wirkung genauer beleuchtet. Fettlos genießen macht wenig Sinn: viele Vitamine lassen sich vom Körper nur in Kombination mit etwas Fett nutzen. Allerdings haben viele Menschen ungesund hohe Blutfettwerte, die verschiedene Erkrankungen begünstigen. Daher wird Öl mit mehrfach ungesättigten Omega-Drei-Fettsäuren als besonders gesund dargestellt. Mancher wünscht sich allerdings das vertraute Butter-Aroma beim Braten. Als geschmacklicher Ersatz von Butter, bietet sich laut Frau Erpelding Alba-Öl an- ein Raps-Öl, das mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, aber mit seinem Butteraroma bei vielen Menschen punktet. Es ist ein rundum einsetzbares Öl, zum Braten, zum Backen und für Salate gleichermaßen geeignet. Im Gegensatz zu diesem Allrounder ist Leinöl- ebenfalls ein wertvoller Lieferant von Omega-3-Fettsäuren keinesfalls zum Braten oder Backen geeignet: die Fettsäuren vertragen keine Hitze, bei starkem Erhitzen werden sie teilweise zerstört und in ungesunde Transfette umgewandelt. Leinöl hat einen starken Eigengeschmack- der jedoch je nach Herstellung variieren kann. Zum Probieren gab es  eine besonders milde Variante.

Wie stark die Art der Herstellung die Qualität eines Öls beeinflusst machte Simone Erpelding am Beispiel von Olivenöl deutlich: wenn jemand ein Spitzenöl herstellen möchte, wird er nicht einfach hergehen, alle Oliven gleichzeitig ernten, sie unverlesen mit Plastikbehältern in eine alte Ölmühle transportieren, in der das Öl sich mit dem Luftsauerstoff verbindet und schon erste Oxidationsprozesse einsetzen. Nein- besondere Öle entstehen durch besondere Sorgfalt- sei es, dass die Oliven nach ihrem tatsächlichen Reifegrad nacheinander geerntet werden, dass sie nach Qualität verlesen werden und in Edelstahlbehältern ohne Phthalat- Ausdünstungen zur modernen Ölmühle mit Vakuum-Mahlverfahren gebracht und direkt licht- und luftdicht verpackt werden. Je höher Aufwand, desto feiner das Öl.

Das Öl zu raffinieren macht allerdings die geschmacklichen Besonderheiten weitgehend zunichte- während kalte, schonende Pressungen die speziellen Eigenheiten der Oliven herausarbeiten. Besondere Geschmackserlebnisse erzielt man auch mit dem allerersten Tropf- Öl, das ganz ohne Verarbeitung von auf Tüchern ausgelegten Oliven gewonnen wird. Olivenöl eignet sich aufgrund des starken Eigengeschmacks gut für Salate, lässt sich aber auch bei nicht zu hohen Temperaturen zum Braten einsetzen. Geschmackliche Varianten wie Olivenöl mit Mandarine/Orangen oder Zitronenzusatz bringen sommerliche Akzente und überdecken die teilweise leicht bittere Olivenöl-Note.

Ein Öl, das aufgrund seiner geringen Verfügbarkeit recht kostbar ist, wurde von Simone Erpelding zur Hautpflege empfohlen: das Arganöl, auf die Haut aufgetragen zieht es schnell ein und wirkt trockener Haut entgegen. Aus den extrem harten und stacheligen Samen-Beeren, die traditionell in einer bestimmten Gegend Marokkos wachsen, von Frauen aufgelesen und verarbeitet werden, wird aufwändig Öl erstellt, das antioxidativ wirkt und neben Vitamin E auch Phenole enthält- alles soll positiv auf die Hautzellen wirken. Es darf natürlich ebenso verzehrt werden.

Öle und Essigbalsame laden zum Experimentieren ein- kombiniert mit Salat, Brot, Käse, Früchten sind den gesunden Genüssen fast keine Grenzen gesetzt.